Der Naturpark

Im Gegensatz zu seinem Namen ist die Cumbre Vieja (alter Höhenrücken) geologisch gesehen der jüngste Teil der Insel und setzt den geologisch älteren Teil, die Cumbre Nueva (neuer Höhenrücken), im Süden der Insel fort.
Die Cumbre trennt die Insel in zwei klimatisch unterschiedliche Hälften. Zum einen in die trockene und sonnige Westhälfte und zum anderen in die immerfeuchte Osthälfte. Ursache dafür ist, dass der Gebirgskamm wie eine Wetterscheide für den von Nordosten herkommenden Passat wirkt und die Wolken »auffängt« bevor sie in den Westen ziehen können. Häufig ist der Höhenzug deshalb mit einer Wolkendecke bedeckt, auf welche man von den Gipfeln aus hinab blicken kann.
Überdeckt  mit Kiefernwäldern, Schlackenkegeln und Lavafeldern ist dieser Teil der Insel mit seiner Schönheit nicht umsonst zu einem Nationalpark erklärt worden. Auf den Gipfeln über den Wolken eröffnen sich einem atemberaubende Blicke über die Umgebung, bis hin zu den Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro.

Viele Steilhänge sind von Barrancos (Erosionsrissen) übersät und lange Strecken läuft man durch knöcheltiefen Lavastaub. Die großartige Wandertour »Ruta de los Volcánes« gilt als eine der schönsten Wanderungen der Insel überhaupt. Sie führt uns vorbei an den Kratern Duraznero, San Juan und dem Hoyo Negro. Alle drei brachen erst 1949 das letzte Mal aus. Diese Vorkommnisse werden gemeinsam als San Juan-Eruption beschrieben.
Insgesamt gilt die Gegend auch heute noch als vulkanisch aktiv und es kann dort eigentlich jederzeit zu einem neuen Ausbruch kommen, spätestens aber in 200 Jahren. Der jüngste Ausbruch fand 1971 an der Südspitze der Insel statt. Dort entlud sich der Teneguía. Seine Lavamassen ergossen sich direkt ins Meer und schufen neues Land.