Eroberung durch die Spanier

Die Kanaren waren lange Zeit von geringem Interesse für die seefahrenden Mächte. So verfügten die Inseln kaum über Bodenschätze. Gold und Silber versprachen deshalb auf La Palma keinen Gewinn. Der einzige gewinnbringende Faktor waren die Bewohner selbst. Man konnte sie als Sklaven verkaufen und als Arbeitskräfte nutzen.
1312 legte der Genueser Lancelotto Malocello auf Lanzarote an. Seine Berichte lockten viele Spanier und Portugiesen auf die kanarischen Inseln und die Eroberung begann.
La Palma, damals unter dem Namen Benahoare, galt lange Zeit als nicht einnehmbar. Selbst als 1447 Graf Hernán Peraza eine 500 Mann starke Flotte nach La Palma schickte, musste diese unter schweren Verlusten von 200 Mann zurückkehren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits die Inseln Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro eingenommen.

Erst 1492, dem Jahr in welchem auch Kolumbus Amerika erreichte, gelang es General Alonso Fernández de Lugo La Palma zu besetzen. Er kam im Auftrag des spanischen Herrscherpaares Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón. 900 Mann gingen in der Nähe von Tazacorte an Land und begannen von dort aus die Insel einzunehmen.
Fast alle Stämme ergaben sich beinahe ohne Widerstand und traten zum christlichen Glauben über. Nur Tanausú, der Fürst von Aceró – was soviel bedeutet wie starker Ort – widersetzte sich noch etwas länger.
Trotz eines päpstlichen Erlasses aus dem Jahr 1434, in dem die Kanarier »zu freien Leuten« erklärt und der Menschenhandel auf den Inseln verboten wurde, endete ein Großteil der Einheimischen gleich nach der Eroberung in der Sklaverei. Erst 1514 wurden die übrig gebliebenen »
Guanchen
Guanchen

bedeutet in der Sprache der Ureinwohner Teneriffas soviel wie »Söhne Teneriffas«. Heute gebräuchliche Sammelbezeichnung der vorspanischen Bewohner des Kanarischen Archipels.

« mit den Spaniern rechtlich gleichgestellt. Der Sklavenhandel hatte ein Ende.
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