Santo Domingo de Garafía

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in dem verschlafenen Hauptort der Gemeinde Garafía. Völlig abseits von allem, wanderten viele in den letzten Jahrzehnten aus. Von den 1950 noch fast 5.000 Einwohnern der Gemeinde sind nur noch circa 2.000 geblieben. In Santo Domingo de Garafía leben etwa 500.
Inmitten beinahe unberührter Landschaft, ausgeprägten Küstenlandschaften mit imposanter Steilküste und tiefen Schluchten liegt das kleine Dorf. Eine Anbindung an das Straßennetz gibt es erst seit 1960 und erst in den 90er Jahren wurden die Wege asphaltiert. Versorgung mit fließendem Wasser gab es lange Zeit ebenfalls nicht.
Ein kleiner Dorfplatz mit Kirche, Bars und schöner Kulisse heißt die Gäste willkommen. Die Kirche trägt den Namen »Templo Parroquial de Nuestra Señora de la Luz« und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut. Ihre Decke ist im Mudéjar-Stil ausgeschmückt und es gibt einige volkstümliche Skulpturen in ihrem Inneren zu bewundern.

Am Ortseingang befindet sich ein Museum in einem restauriertem Herrenhaus, der »Casa de la Cultura«. Es informiert über die Geschichte und Tradition des Dorfes. Nahe des Friedhofs gibt es das Petroglyphenfeld El Calvario. Man erreicht es, wenn man die Straße zum ehemaligen Hafen hinunter nimmt, direkt hinter dem Friedhof.
Der Hafen selbst, Puerto de Garafía, ist auch eine kleine Attraktion. Aufregend ragt dort der »Roque de Santa Domingo« etwa 30 Meter aus dem Meer in die Höhe. Zum Baden gehen ist die Brandung allerdings meist zu stark. Dafür eignet sich die Umgebung umso mehr für ausgiebige Wanderungen durch eine wildromantischen Natur.
Von Tourismus wurde Santo Domingo bis heute weitgehend verschont. Obwohl die Umgebung eine so unglaubliche Abwechslung und Vielfalt bietet, dass man nur ins Staunen geraten kann.
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